Artikel getaggt mit ‘Gedicht’
Knöllchen-Steinbrech
Knöllchen-Steinbrech
Saxifraga granulata
Freundschaft
© Silvia Friedrich
Als saft’ge Wiese liegt er da,
der Rasen von Herrn Hawelka.
Zehn Meter lang und zwanzig breit,
kein Unkraut stört die Sauberkeit.
Ein Grün, viel grüner noch als Grün
und könnt’ er’s, würd’ der Rasen blühn
und mit den Blüten um sich schmeißen,
nur – Hawelka würd’ raus sie reißen.
Grashalme sind genau vermessen,
nichts biegt sich gegen seine Norm.
Wenn Hawelka ‘was platt gesessen,
nimmt er die Harke für die Form.
So lebt in Eintracht und ganz friedlich
das Gras, der Gärtner und sein Mäher
und jeder Vogel, oft sehr niedlich,
selbst der verfressene Eichelhäher,
betritt den Rasen nur mit Schuh’n
und stört so nicht das Sonntagsruhn’,
das dem Gemähe folgt hernach.
Der Gartenamsel schlüpft ein „Ach“
aus Schnabel und in voller Not,
auf diesem Rasen: Wurmverbot!
Der Hawelka, die Hand voll Blasen,
betrachtet glücklich seinen Rasen.
Hier wird gezupft und dort gerissen,
da manikürt, Gerät zerschlissen
bis alles, alles eben ist.
Und jedem, der es sieht, fällt ein,
das Grün hier muss aus Plastik sein.
Inmitten seel’gem Gärtnerglück
bewegt sich etwas, nur ein Stück.
Dann wieder Stille!
Was war das?
Wer traut sich, diesen Rasennaben
von unten etwas anzuhaben?
Es ruckelt, zuckelt, fast ein Beben!
Die Erde scheint sich anzuheben,
so mittendrin. Es ist kein Scherz.
Der Hawelka fasst sich ans Herz.
Erst mault es und dann wirft es auch,
wie es bei Maulwürfen so Brauch.
Es wühlt und schaufelt wie ein Kind
und das ganz schwarz und beinah’ blind.
Doch unser Tier hat nicht vermut’,
dass so ein Mensch wie Hawelka
der Maulwurfplage überdrüssig
den Kampf beginnt nun bis auf’s Blut.
Schon holt der Gärtner Schweres her,
der Spaten blitzt im Sommerlicht
der Maulwurf schwitzt und will noch nicht
sein kurzes Leben so beenden
und will entfleuchen weit weit fort,
dem Gärtner steht der Sinn nach Mord.
Das Pelztier, es rennt hin und her
in seinen Gängen kreuz und quer.
Hat Schlimmes es denn hier verbrochen,
als es wie die Natur es lehrt,
ganz harmlos durch die Erd’ gekrochen,
was ist denn daran bloß verkehrt?
Es kollidiert mit Gärtnernorm,
das muntere Wühlen untertags,
es zählt nur eine grade Form,
ein Hügel nicht, denn keiner mags.
Nach einer Weile hört es auf,
der Maulwurffang im Dauerlauf.
Der Gärtner will nichts mehr besiegen
Was ist passiert, fragt man sich nun?
Soll dieser Rasen Löcher kriegen,
und Hawelka wird gar nichts tun?
Der sitzt in seinem Grase jetzt,
der Tötungswahn scheint abgewetzt.
Er schaut ins Löchlein unter sich
und freut sich scheinbar königlich.
Da hat sich unter Rasenpracht
das Maulwurfleinchen breit gemacht,
und bietet seine Freundschaft dar.
Herr Hawelka sagt glücklich ja,
war er doch stets nur ganz allein
und will ein Freund jetzt lieber sein.
Nun leben sie als schönes Paar,
der Maulwurf und Herr Hawelka.
Er gärtnert glücklich und nicht dumm
um alle Maulwurfshügel rum.
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Die Aufnahme entstand am 04. Mai 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
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Acker-Krummhals
Acker-Krummhals
Anchusa arvensis
Auch: Acker-Ochsenzunge, Acker-Wolfsauge, Lycopsis arvensis, Englisch: Commong Bugloss, Small Bugloss, Wild Bugloss
Laut Wikipedia: Enthält möglicherweise Pyrrolizidinalkaloide, die Krebs verursachen und als Lebergifte gelten. Vergiftungen sind keine bekannt
Aramesh. Aus Deinem Garten kosten
© Barbara Naziri und Karl-Heinz Franzen
Du pflanzt den Sommer in die Herzen
und füllst die Räume mit Deinem Licht,
erweckst Erstarrtes zum Leben und
entwirrst den Knoten mit leichter Hand.
Wenn Du sprichst, kehrt Ruhe in mein Herz.
Gib die Richtung an, und ich folge Dir
blind, kuschele mich in Deine Nähe
und genieße Dein warmes Lachen.
Ich greife nach Deiner Hand, die mir
den goldenen Saibling entgegenhält.
Lass uns schlemmen und von den reifen
Erdbeeren aus Deinem Garten kosten.
Schwalben gleiten durch den Sommerhimmel.
Wärest Du Schwalbe und ich Mücke,
sagte ich Dir: ‘Was auch geschieht,
ich habe gelebt!’
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Die Aufnahme entstand am 5. Mai 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
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Reiherschnabel
Reiherschnabel
Erodium sp.
Man nehme …
© Katharina Britzen
Man nehme
eine Prise Vogelsang,
dazu ein Fuder Tatendrang,
kippe eine Kelle Morgentau
in das unendlich Himmelsblau,
verknete eine Handvoll Fröhlichkeit,
zudem ein Bündel Veilchen halt bereit,
in den Rucksack zwei Pfund Wanderlust,
hinweg mit diesem Doppelzentner Frust,
gieß’ nen Bottich Liebesglück hinzu,
dann vergehn drei Körner Leid im Nu,
verrühr‘ es mit der Flasche Sonnenschein,
das Ganze in ein Faß mit Lachen rein,
verzier es mit fünf Schmetterlingen,
traue dich, drei Lieder laut zu singen,
spinne ein, zwei Kilometer Zuversicht,
komponier ein Vierzeiler-Reimgedicht,
vermische alles mit zehn Spritzern Grün
und du wirst sehn, nicht allein die Hoffnung,
auch die Anemonen, Tulpen, Hyazinthen
werden blühn.
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Das Foto entstand am 21. April 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
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Doldiger Milchstern
Doldiger Milchstern
Ornithogalum umbellatum
Hätte so gern
© Claudia Duhonj-Gabersek
Hätt’ gern geschrieben
von alten Lieben
und Wünschen, warmen
im morschen Jetzt.
Hätt’ gern gesungen
doch’s klang gesprungen
zum Gotterbarmen
ich schwieg entsetzt.
Hätt’ gern getanzt
mich fest verschanzt
in Deinen Armen
an Dir gewetzt.
Hätte so gern
alles, was fern,
im Gestern kramen
bleibt mir zuletzt.
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Die Aufnahme entstand am 30. April 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
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Sternmiere Stellaria
Sternmiere
Stellaria Nelkengewächse, Kreuzblütlerverwandte
Gute und schlechte Tage
© Arnd Helsson
Es hat der Mensch, ganz ohne Frage,
mal gute und mal schlechte Tage.
Mal ist er schwach und fühlt sich krank,
doch meistens geht’s ihm gottseidank
so gut, dass er mit großer Freude
genießt das Hier und Jetzt und Heute.
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Die Aufnahme entstand am 27. April 2010 am Bahndamm bei Wilhelmshöhe (Dudweiler).
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Vergissmeinnicht
Vergissmeinnicht
Myosotis
Vergissmeinnicht-Gedicht
© Ronald Henss
Ich wollt’ einst schreiben ein Gedicht,
doch fiel mir ein kein Thema nicht.
Als ich dann dieses Foto sah,
da war die Sache für mich klar:
Sollt’ ich je schreiben ein Gedicht,
dann über das Vergissmeinnicht.
Das Foto entstand am 20. April auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
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Gefingerter Lerchensporn
Gefingerter Lerchensporn
Corydalis solida
Der grüne Daumen
© Martina Decker
Habe keinen grünen Daumen
Was ich pflanze, das geht ein
meine Nachbarn hämisch raunen
„Muss verseuchte Erde sein“.
Neidisch seh ich ihre Rosen blühn
bunte Beete hinterm Zaun
Jeder Rasen frisch und grün
Nur bei mir ist alles braun
Hab die Nase jetzt gestrichen voll
Und den Garten betoniert
Wüsste nicht, was ich noch machen soll
Niemals war ich so frustriert.
Hab den Beton schön grün angemalt
Sieht nun fast wie Rasen aus
Wird im Sommer sandgestrahlt
mittig steht ein Gartenhaus.
Davor ein vergess’ner Kübel
drin blüht plötzlich Löwenzahn
sogar eine rote Primel
und auch Gras vom Garten nebenan
Ich steh’ da und kann nur staunen
hab ich doch nen grünen Daumen?
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Frühlingsblumen Krokus
Die ersten Frühlingsboten – Biene an Krokus
Frühlingszauber
© Anna von Kocian
Zaghaft durchstoßen blaugrüne Spitzen
des ruhenden Waldschnees brüchige Haut.
Blass noch und schwach, doch erholt scheint die Sonne.
Ein Tropfenmeer glitzert von Kiefern herab,
lockt Triebe, das Blühen zu wagen.
Es knackt und es knistert,
das Eis bricht und weicht.
Ein Amselbalzruf, ein Hämmern des Spechtes
verkünden die Rückkehr der Liebe
und zaubern ein Lächeln in müde Gesichter.
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Die Aufnahme entstand am 25. Februar 2010 in Dudweiler, Im Rosenfeld.
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Schneeglöckchen
Schneeglöcken – Der Frühling kommt
Frühe Wunder
© Heidrun Gemähling
Langsam taut
des Winters Hülle
weiße Glöckchen
drängen ans Licht
Winde säuseln
Wolken eilen
des Frühlings
Lüfte nahen
aus der Tiefe treiben Blüten
bunte Wunder reich an Zahl
und das Leben flüstert leise
verweilt im feuchten Grase.
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Aufnahme am 3. März 2010, Dudweiler, In den Welkertswiesen.
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Patricia KoelleDie Füße der Sterne



